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Ruhrnachrichten, 9. März 2010 |
Eine kleine Sehnsucht nach Nostalgie
"Schellack & Co" präsentierte charmante Zeitreise im Hansa Theater
HÖRDE - „Eine kleine Sehnsucht“ treibt das Gesangsensemble „Schellack & Co.“ zurück in die 1920er und 30er Jahre. Am Sonntagnachmittag versetzte es damit das Publikum im Hansa Theater in die gute alte Schlager- und Federboa-Zeit.
Schellack & Co. ist mehr als ein Chor, und seine Auftritte mehr als Konzerte. Die „kleine Sehnsucht“ ist ein lyrisches Singspiel mit prächtigen Kulissen, Kostümen, Texten, Operetten-Hits, Chansons und Schlager. Erstklassig vorgetragen von zum Teil hervorragenden Solisten.
Der musikalische Leiter Ardelan Jannati guckt als (ein auch mal liebeskranker) Kellner auf der Bühne immer mal wieder nach dem Rechten, den Rest machen der Chor, Geigerin, Kontrabassist und Pianistin Moya Tschuschke allein. Und in der Dramaturgie stehen als „Co“ hinter „Schellack“ die Schauspieler Monika Bujinski und Michael Kamp vom Theater.
So, als mache das Jahrhundert eine Pause, ist es, wenn man diese kleine, liebenswerte Revue sieht. Beim „Lippen schweigen“-Duett zu Beginn schunkelte die letzte Reihe schon mit – anderthalb Stunden später, im Finale mit „Wochenend und Sonnenschein“, sang die letzte Reihe schon aus vollen Kehlen mit.
Dazwischen amüsierten Friedrich Hollaenders „Stroganoff“– mal nur in Text-Version und nicht gesungen – und die „Kleptomanin“, humorvolle besang der Chor mit Affenmasken den Gorilla, der „ne Villa im Zoo“ hat, und erinnerte an die „Süße Klingelfee“.
Perfekt durchinszeniert ist der kurzweilige Abend, und wenn der 18-köpfige Chor singt, geht dem Publikum nicht nur der Hut hoch und fliegt der Knopf ab – da bleibt ihm auch die Luft weg.Eine charmante Nostalgie-Reise, die perfekt in das schöne Ambiente des Hansa Theaters passte.
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