| Ruhrnachrichten, 23. Oktober 2006 |
Stimmen zum Auftritt im Museum für Kunst und Kulturgeschichte am 21.10.2006Leise summend, mit beschwingtem Schritt und leichtem Gemüt verließen die Konzertgäste von Schellack & Co am Samstag das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte. Rund zwei Stunden tauchten die Besucher ein in die goldene Zeit der 20er- bis 40er-Jahre, nahmen in der Rotunde des Museums Platz in einem Cafèhaus mit Jugendstil-Ausstattung und lauschten Geschichten von Liebe und Leidenschaft, von Abschied, Sehnsucht und Suche nach dem Glück. Das 20-köpfige Gesangsensemble, stilecht ausgestattet mit zeitgenössischen Kleidern und Accessoires, erweckte mit seinem Singspiel "Irgendwo auf der Welt" die Unterhaltungskultur der Schellackplattenzeit zu neuem Leben. Anspruchsvolle Arrangements, begleitet von Moya Tschuschke am Flügel, geben den bekannten Tanz- und Tonfilmschlagern eine eigene Note. Wenn beim "Kaffeklatsch bei Tante Lienchen" die "Tanten und Cousinchen" die Likörgläser heben, die herausragenden Solisten Stephan Glocke (Tenor) und Ardelan Jannati (Barriton) mit "Hm, du bis so zauberhaft" stimmlich und gestisch um wechselnde Damen konkurrieren und in "Haben sie schon mal im Dunkeln geküsst" der gesamte Chor fragend einstimmt, dann zeigen die Schellacks ihre ganze Spielfreude und ihre Liebe zu ironischen Nebentönen. So wirkt auch das Schnulzige ("Lass mich dein Badewasser schlürfen") stets leicht gebrochen, Melancholisches tut durch ein kleines Augenzwinkern weniger weh. Bittersüß und voller Humor sind auch die Texte von Tucholsky, Kästner und Mascha Kalèko, die Christine Verrit-Wienke und Hans-Georg Gathmann sehr eindrucksvoll rezitieren. Und so ist es kein Wunder, dass die Zuhörer leichten Schrittes das Museum verlassen, ein leises "So schön wie heute, so müsst` es bleiben" auf den Lippen... |
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